Prokrastination vermeiden – mit diesen Tipps wirst du produktiver

Was bedeutet prokrastinieren?

Wortwörtlich kann man das Wort Prokrastination mit “auf morgen verschieben”, “Vertagung” oder “Aufschub” übersetzen. Es bedeutet, wichtige Aufgaben vor sich herzuschieben und sie nicht oder nur unter Druck zu erledigen.
Was häufig lächelnd mit dem Spruch “Was du heute kannst besorgen, das verschiebe stets auf morgen” abgetan wird, kann aber auch schwerwiegende Folgen haben. Extreme und chronische Prokrastination ist sogar eine klinisch anerkannte Störung.
Wenn du dich näher über das krankhafte Aufschieben informieren möchtest, kannst du das in diesem Artikel über Prokrastination aus medizinischer Sicht tun. In unserem Artikel soll es hingegen um die Alltagsprobleme gehen, mit denen wahrscheinlich jeder Mensch einmal zu kämpfen hat.
Das Aufschieben wichtiger Arbeiten kannst du nämlich fast überall beobachten. Besonders häufig tritt es bei Studenten auf, die z.B. beim Lernen in der Klausurenphase auf Probleme stoßen. Aber auch in der Arbeitswelt haben viele Personen stark damit zu kämpfen.

Die häufigsten Gründe für Prokrastination

Oftmals ist die Prokrastination dann am schlimmsten, wenn du dir selbst deine Arbeit einteilen kannst oder ein Abgabetermin für eine Arbeit noch weit entfernt liegt.
Gerade Studenten genießen meist viele Freiheiten und können sich (im Gegensatz zu ihrer Schulzeit) ihre Lern- und Arbeitszeiten offener gestalten. Dies bringt natürlich eine Menge Vorteile, erhöht aber leider auch das Risiko, zu prokrastinieren.
Die Gründe für Prokrastination können sehr vielfältig sein. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
  • Ablenkung durch Social Media, Smartphone und Co.
  • fehlender Druck aufgrund weit entfernter Abgabetermine
  • Angst vor Versagen und schlechten Feedback oder ähnlichem
  • falsche Prioritätensetzung
  • keine Lust auf Arbeit
  • Überforderung
  • Konzentrationsprobleme
Prokrastination wird fälschlicherweise oft mit Faulheit gleichgesetzt. Das stimmt so aber nicht! Zwar kann Faulheit eine Ursache für das Aufschieben von Aufgaben sein, aber es kann auch genau das Gegenteil der Fall sein.
Vielleicht hast du dich selbst schon einmal dabei beobachtet, dass du plötzlich anfängst, dein Zimmer aufzuräumen oder Sport zu machen, obwohl du eigentlich lernen müsstest.
Die Ablenkung durch andere scheinbar produktive Aufgaben ist ein häufiges Phänomen, das bei Aufschiebern vorkommt. Durch die Erledigung anderer Arbeiten fühlst du dich schließlich besser und hast das Gefühl, immerhin etwas getan zu haben.

Die Prokrastination überwinden - unsere Tipps für eine produktive Arbeitsweise

Um dir dabei zu helfen, dich auf die wichtigen Aufgaben zu konzentrieren und der Aufschieberei entgegenzuwirken, wollen wir dir im Folgenden einige Tipps vorstellen.
Zunächst einmal solltest du dein Verhalten genau beobachten. Versuche dich darauf zu konzentrieren:
  • Zu welcher Uhrzeit du am produktivsten bist
  • Wodurch du dich häufig ablenken lässt
  • Ob Zeitdruck dir dabei hilft, schneller zu arbeiten oder ob er dich unter zu viel Stress setzt.
Wenn du all diese Fragen für dich beantwortet hast, kannst du dir einen individuellen “Schlachtplan” überlegen.
Als erstes solltest du dir deine Aufgaben realistisch einteilen. Vor allem große Projekte können am Anfang sehr überfordernd sein, was das Risiko für Prokrastination erhöht.
Zerlege dir daher deine Projekte in kleinere Einzelteile, die du nacheinander abarbeiten kannst. Wenn du dir dafür einen Zeitplan erstellst, plane auch immer ein Zeitpuffer zur Sicherheit ein.
Sobald der generelle Zeitplan steht, geht es darum, einen für dich geeigneten Arbeitsalltag zu finden. Ein guter Ansatzpunkt ist es beispielsweise, die größten und nervigsten Arbeiten direkt am Anfang des Tages zu erledigen.
Jeder Mensch hat andere Präferenzen. Wenn du zum Beispiel abends besser arbeiten kannst als morgens, spricht auch nichts dagegen, sich die Zeiten entsprechend einzuteilen. Das wichtigste ist, dass du einen Zeitplan findest, der für dich gut funktioniert.
Wichtig sind dabei auch die Pausenzeiten. Eine Methode zu deren Einteilung ist die sogenannte Pomodoro Technik. Diese besagt, dass du 25 Minuten konzentriert arbeitest und dann eine 5 Minütige Pause einlegst.
Ein weiterer Faktor, der zur Prokrastination anregt, sind Ablenkungen. Wenn du dich genau beobachtest, kannst du ausfindig machen, wodurch du dich am häufigsten ablenken lässt. Oft sind das beispielsweise Soziale Netzwerke.
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Versuche nun, diese Ablenkungen so gut wie möglich zu reduzieren. Stelle dein Handy während der Arbeitszeit auf stumm, verbanne dein Haustier aus dem Arbeitszimmer oder gib deinen Mitbewohnern Bescheid, dass sie dich nicht stören sollen.
Ein großer Störfaktor ist häufig auch der eigene Arbeitsplatz. Räume diesen deshalb so auf, dass du alle Arbeitsmaterialien geordnet und griffbereit hast und möglichst wenige Ablenkungsmöglichkeiten in deinem Sichtfeld sind.
Denke auch daran, dich regelmäßig für erledigte Aufgaben zu belohnen! Die Wertschätzung der eigenen Arbeit ist nicht nur wichtig für deine Motivation, sondern auch für dein Selbstwertgefühl und die Verringerung von Stress.
Der wichtigste Tipp zur Bekämpfung von Prokrastination ist, deine eigene Routine zu finden. Dabei spielen deine Arbeits- und Pausenzeiten eine genauso wichtige Rolle wie dein Alltag außerhalb der Arbeit.
Fange doch zum Beispiel damit an, kleine tägliche Rituale zu entwickeln! Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig und gehen von einem bunten Obstteller oder einer Tasse Kaffee am Morgen bis hin zu dem Besuch im Fitnessstudio oder einem Treffen mit Freunden nach der Arbeit.
Dein Körper wird es dir außerdem danken, wenn du versuchst, ab und zu etwas Sport zwischen deine Arbeitszeiten zu legen. Dieser Artikel zu Fitness im Büro beweist, dass du nicht gleich eine ganze Stunde joggen musst, um fit zu bleiben.
Fange am besten gleich jetzt damit an, die ersten Tipps umzusetzen! Denn was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen 😉

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