Café Küstenkind – How to build your own business

Wie gründet sich eigentlich das erstes eigene Business?

How to build your own business – Diese Frage haben wir uns vor ca. vier Jahren gestellt. Wir, das sind Samin Schlick und Debora Polzer und wir sind die Gründerinnen des Café Küstenkind in Greifswald.

Ohne viel Vorwissen haben wir uns in das Abenteuer „Gründen“ gestürzt. Obwohl Debora BWL an der Universität Greifswald studiert, haben wir uns sehr viel, was zu diesem riesigen unhandlichen Paket „Gründen“ dazu gehört, selbst beigebracht. Dazu gehören auch einige Rückschläge, Menschen, die einem besonders als Frau, diesen großen Schritt nicht zutrauen. Gleichzeitig durften wir aber auch viele positive Erfahrungen mit Personen und Anlaufstellen in unserer Gründungsphase machen, die uns auf unserem Weg zum Café Küstenkind, wie es nun in der Greifswalder Gastronomie-Szene etabliert ist, Tag und Nacht zur Seite standen.

Insbesondere beim Schreiben des Businessplans ist uns klar geworden, dass in Studiengängen wie BWL die praktische Erfahrung fehlt.

Trotz Studium der Betriebswirtschaftslehre, haben wir unseren eigenen Weg finden müssen. Da kam für uns der UNIQUE Businessplanwettbewerb besonders gelegen. Die Teilnahme war sehr spontan, aber für uns eine große Chance unsere Planung erfahrenen Persönlichkeiten aus der Branche vorzustellen und professionelles Auftreten zu üben. Und dies war durchweg eine positive Erfahrung: Wird das eigene Vorhaben erstmals kritisiert und hinterfragt, sodass die Idee, in der schon viel Arbeit steckt, verteidigt werden muss, so wird erst die eigene Motivation geweckt. Uns wurde viel gespiegelt, wie vehement wir damals unsere Idee verteidigt haben. Die Kraft, die darin steckte, war uns lange nicht bewusst. Gleichzeitig sind die konstruktiven kritischen Nachfragen auch inhaltlich unheimlich wichtig. Wir konnten Punkte unserer Planung überdenken, Fehler vorab aufdecken und direkt ausbessern. Die 1000€ Startkapital, die es für den 2. Platz beim Wettbewerb gab, waren auch kein schlechter Nebeneffekt!

Foto: Till Junker

Während der Gründungsunterstützung ist uns aber auch nicht allzu selten statt konstruktivem Feedback unbegründete Demotivation entgegengebracht worden.

 
Es kommt kein*e Gründer*in drum herum, die eigene Idee so vielen Menschen wie nur möglich vorzustellen. Nur so wächst ein*e Gründer*in in die neuen Aufgaben hinein. Dennoch mussten wir feststellen, dass auch unbedachte Rückmeldungen wie bspw. „In Greifswald ist kein Platz für noch mehr Gastronomie“ kamen. Auch in Bezug auf uns als Frauen in der Gründerszene erhielten wir unverständliches Feedback. Besonders Sätze wie „Was ist, wenn die große Liebe kommt?“ sind uns dabei sehr nachdrücklich im Gedächtnis geblieben.
 
Für uns und auch alle anderen Erst-Gründer*innen ist es unheimlich wichtig detaillierte Kritik am Businessplan und der eigenen Idee zu bekommen. Dementsprechend existenziell können Äußerungen sein, die ohne Hintergrundwissen, unwissenschaftlich und obendrein sexistisch daherkommen. Ohne ein stärkendes Umfeld kann ein solches „Feedback“ schnell die Umsetzung der eigenen Idee kosten. Dem gegenüber stehen Gründerbegleitungen, wie die Wirtschaftsförderung MV. Hier haben wir konstruktive Kritiker*innen und tolle beratende Netzwerkpartner*innen gefunden, die uns während der Gründungsphase mit Rat und konstruktiver Kritik zur Seite standen. Wir haben uns gesehen und gehört gefühlt und konnten auf Augenhöhe unsere Probleme und Ideen besprechen.

Foto: Till Junker

Als Gründer*in bist du selbstständig.

Und was wir gelernt haben ist: selbstständig sein heißt alles, wirklich alles, selber machen.

Wie bin ich eigentlich Chef*in, wie gehe ich mit Problemen um, was sind meine Stärken und Schwächen, wie bilde ich ein funktionierendes Team und so viele Aufgaben mehr gehören dabei zum „daily business“. All das sind wichtige Erfahrungen, an denen wir ständig gewachsen sind. Natürlich kommen in dieser Zeit auch viele andere Dinge und auch Mitmenschen zu kurz, denn jede Minute kostet ab dem Moment, wenn das Projekt Gründen beginnt, Geld. Die eigene Strukturierung des Alltags mit kleinen Highlights, wie das gemeinsame Abendessen, sind dabei umso wichtiger, damit auch der Kopf mal Pause machen kann.

 

Auf Grundlage dieser positiven und herausfordernden Erfahrungen wollen wir weitergeben, was uns gefehlt, und teilen, was und wer uns während dieser Zeit weitergeholfen hat: Deswegen haben wir uns zusammengesetzt und wollen unsere eigene Gründerbegleitung gemeinsam mit Mia Schmitz ins Leben rufen. Ein weiteres kleines Abenteuer, in dem wir unser Wissen, unsere Erfahrungen und Netzwerke mit anderen (jungen) Gründer*innen teilen.

 

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Kommentare

  • Sophia
    November 25, 2020 at 10:33 am

    Toller Beitrag. Danke für eure Einblicke in eure Gründung! 😊

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